Wissenswertes
Der Philosophenweg
Wer hier wirklich spazierte, wem der Weg seinen Namen verdankt und warum er der wahrscheinlich schönste Aussichtsweg Deutschlands ist.
Kein Weg für Philosophen
Der Name führt in die Irre. Der Philosophenweg heißt nicht so, weil hier Kant oder Hegel spazierten - Hegel lehrte zwar zwei Jahre in Heidelberg, aber der Weg trug seinen Namen schon vorher. "Philosophen" war in der Universitätsstadt schlicht das umgangssprachliche Wort für Studenten der philosophischen Fakultät, und die gingen hier, wo es ruhig und ungestört war.
Wesentlich älter ist die Trasse selbst: Sie war jahrhundertelang der Verbindungsweg zu den Weinbergen und Gärten am Südhang des Heiligenbergs. Erst im 19. Jahrhundert wurde daraus ein Spazierweg mit Aussicht.
Der wärmste Hang der Stadt
Der Südhang staut Wärme und ist vom Odenwald gegen kalte Nordwinde gedeckt. Das Ergebnis ist ein Kleinklima, in dem Pflanzen wachsen, die man am Neckar nicht erwartet: Feigen, Mandeln, Zitronen und Bambus stehen im Philosophengärtchen und in den angrenzenden Privatgärten.
Genau deshalb ist der Weg im Frühjahr am schönsten - und im Hochsommer am Nachmittag ziemlich schattenlos. Wer die Runde plant, geht am besten vormittags hinauf.
Die Runde, die sich lohnt
Die klassische Tour startet an der Alten Brücke, führt über den steilen Schlangenweg hinauf, folgt dem Philosophenweg nach Westen und kommt über die Hirschgasse oder den Bismarckturm wieder herunter. Rund eine Stunde reine Gehzeit, gutes Schuhwerk empfohlen: Der Schlangenweg ist gepflastert und steil.
Von oben sieht man die Postkartenansicht, die den Ruf der Stadt begründet hat - Altstadt, Alte Brücke, Heiliggeistkirche und darüber das Schloss. Wer weiter hinaufsteigt, erreicht die Reste des Michaelsklosters und die Thingstätte auf dem Heiligenberg.
